Von der Website-Analyse zur Umsetzung: Ein realistischer 30-Tage-Fahrplan

Christoph Sauerborn

CEO der Brixon Group und Erfinder des 10 To 100 Leads Systems. Spezialisiert auf systematische B2B-Leadgenerierung für Unternehmen im Mittelstand mit 10-100 Mitarbeitern. Zuvor Experte für Fertigungsdigitalisierung bei Bosch und Software-Unternehmer.

Warum 30 Tage der richtige Zeitraum sind

Sie haben gerade ein umfangreiches Website-Audit abgeschlossen. Der Bericht liegt vor Ihnen – 47 Seiten voller Verbesserungsvorschläge, technischer Mängel und Optimierungspotenziale. Und nun?

Genau hier scheitern die meisten Unternehmen.

Das Website-Audit ist nicht das Ziel – es ist der Startpunkt. Doch zwischen der Erkenntnis, dass etwas getan werden muss, und der tatsächlichen Umsetzung liegt oft ein Graben, den viele nie überbrücken.

Wir bei Brixon haben in den letzten Jahren mit Dutzenden mittelständischen Unternehmen gearbeitet. Immer wieder erleben wir dasselbe Muster: Das Audit wird erstellt, alle nicken zustimmend – und dann passiert… nichts. Oder zumindest viel zu wenig.

Der Grund ist simpel: Überforderung.

Wenn Sie alleine für das Marketing verantwortlich sind, fehlt Ihnen schlichtweg die Zeit, sich durch hunderte Optimierungsvorschläge zu arbeiten. Sie brauchen einen klaren Fahrplan, der Ihnen sagt, was Sie wann tun sollen – ohne dass Sie dafür ein eigenes Web-Team benötigen.

Deshalb haben wir diesen 30-Tage-Fahrplan entwickelt.

Warum genau 30 Tage? Weil dieser Zeitraum die perfekte Balance bietet: Lang genug, um messbare Ergebnisse zu erzielen, aber kurz genug, um den Fokus nicht zu verlieren. In einem Monat können Sie die wichtigsten Maßnahmen umsetzen und erste Verbesserungen sehen – ohne dass das Projekt im Tagesgeschäft untergeht.

Dieser Artikel zeigt Ihnen Woche für Woche, was zu tun ist. Mit konkreten Zeitangaben, benötigten Ressourcen und klaren Erfolgskriterien.

Keine Theorie. Nur Praxis.

Die Grundlage: Was Sie wirklich brauchen

Die richtigen Voraussetzungen schaffen

Bevor Sie starten, sollten Sie sicherstellen, dass Sie die grundlegenden Voraussetzungen erfüllen. Nichts ist frustrierender, als mitten im Projekt festzustellen, dass Ihnen wichtige Zugänge oder Informationen fehlen.

Was Sie zwingend brauchen:

  • Admin-Zugang zu Ihrer Website – Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer. Klären Sie vorab mit Ihrer IT oder Ihrer Agentur, dass Sie die notwendigen Zugriffsrechte haben.
  • Google Search Console und Google Analytics – Wenn Sie diese Tools noch nicht eingerichtet haben, sollte das Ihre allererste Aufgabe sein. Ohne Daten arbeiten Sie im Dunkeln.
  • Ein Website-Audit – Das ist Ihr Ausgangspunkt. Egal ob Sie es selbst erstellt oder extern beauftragt haben – Sie brauchen eine systematische Übersicht über den Ist-Zustand.
  • Zeitbudget von 8-12 Stunden pro Woche – Seien wir ehrlich: Wenn Sie nur eine Stunde pro Woche investieren können, wird dieser Plan nicht funktionieren. Blocken Sie sich feste Zeiten im Kalender.

Die Tools, die Sie begleiten werden

Sie brauchen keine teure Tool-Suite, um diesen Plan umzusetzen. Tatsächlich reichen einige wenige, gut ausgewählte Tools völlig aus.

Tool Zweck Kosten
Google Search Console Indexierung, Keywords, technische Fehler Kostenlos
Google Analytics 4 Traffic-Analyse, Nutzerverhalten Kostenlos
Google PageSpeed Insights Ladezeiten-Analyse Kostenlos
Screaming Frog (Free Version) Website-Crawling, technische Analyse Kostenlos (bis 500 URLs)
Hotjar oder Microsoft Clarity Heatmaps, Nutzeraufzeichnungen Kostenlos (Basisfunktionen)

Diese Tools decken 90% der Optimierungsmaßnahmen ab, die Sie in den nächsten 30 Tagen durchführen werden.

Erwartungen richtig setzen

Seien Sie realistisch mit Ihren Erwartungen. In 30 Tagen werden Sie Ihre Website nicht komplett transformieren. Das ist auch nicht das Ziel.

Was Sie realistisch erreichen können:

  • 10-30% bessere Ladezeiten durch technische Quick Wins
  • Behebung der 5-10 kritischsten technischen Fehler
  • Optimierung von 10-15 wichtigen Seiten für Suchmaschinen
  • Erste messbare Verbesserungen in Rankings und Traffic (meist nach 4-6 Wochen sichtbar)
  • Ein funktionierendes Testing-Setup für zukünftige Optimierungen

Was Sie nicht erwarten sollten:

  • Verdopplung Ihres Traffics innerhalb eines Monats
  • Komplette Neugestaltung Ihrer Website
  • Lösung aller identifizierten Probleme

Der 30-Tage-Plan ist der Startschuss für kontinuierliche Verbesserung – nicht das Ende der Reise.

Woche 1: Analyse und Priorisierung (Tag 1-7)

Die erste Woche ist die wichtigste. Hier legen Sie das Fundament für alles, was folgt. Viele machen den Fehler, sofort mit Optimierungen loszulegen – und verheddern sich dann in unwichtigen Details.

Tag 1-2: Das Audit strukturieren und verstehen

Zeitaufwand: 3-4 Stunden

Nehmen Sie sich Zeit, Ihr Website-Audit wirklich zu verstehen. Nicht alles, was dort steht, ist gleich wichtig. Tatsächlich folgen die meisten Probleme dem Pareto-Prinzip: 20% der Fehler verursachen 80% der Probleme.

Ihre Aufgabe:

  1. Kategorisieren Sie alle Findings – Teilen Sie die Erkenntnisse in Kategorien ein: Technisch, Content, UX, SEO, Performance
  2. Markieren Sie kritische Fehler – Alles, was die Funktionalität beeinträchtigt oder Nutzer aktiv stört
  3. Identifizieren Sie Quick Wins
    Quick Wins sind SEO-Maßnahmen, die mit relativ geringem Aufwand schnell umsetzbar sind

Ein Praxis-Beispiel: Bei einem unserer Kunden, einem Maschinenbau-Zulieferer, zeigte das Audit 89 verschiedene „Probleme“. Nach genauer Analyse stellten wir fest: 6 davon waren wirklich kritisch, 15 waren Quick Wins, und der Rest war „nice to have“.

Diese Priorisierung ersparte dem Team Wochen an Arbeit.

Tag 3-4: Die Impact-Effort-Matrix erstellen

Zeitaufwand: 2-3 Stunden

Jetzt wird es konkret. Erstellen Sie eine simple Matrix, die jede Maßnahme nach zwei Kriterien bewertet:

Maßnahme Impact (1-10) Effort (1-10) Priorität
Meta-Descriptions ergänzen 7 2 Hoch (Quick Win)
Bilder komprimieren 8 3 Hoch (Quick Win)
Broken Links beheben 6 2 Mittel
Komplettes Redesign 9 10 Niedrig (Langfristprojekt)

Konzentrieren Sie sich auf Maßnahmen mit hohem Impact und niedrigem Effort – das sind Ihre Quick Wins für Woche 2.

Tag 5-7: Den Wochenplan für die nächsten 3 Wochen erstellen

Zeitaufwand: 3-4 Stunden

Jetzt haben Sie alle Informationen, um einen konkreten Plan zu erstellen. Verteilen Sie die priorisierten Maßnahmen auf die nächsten drei Wochen:

  • Woche 2: Alle Quick Wins mit hohem Impact
  • Woche 3: Content-Optimierungen der Top-10-Seiten
  • Woche 4: Technische Verbesserungen und Setup

Wichtig: Seien Sie spezifisch. Statt „Meta-Descriptions optimieren“ schreiben Sie „Meta-Descriptions für die 15 wichtigsten Landing Pages erstellen (siehe Liste)“. Je konkreter der Plan, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ihn auch umsetzen.

Ein weiterer Tipp aus der Praxis: Informieren Sie relevante Stakeholder über Ihren Plan. Wenn Ihr Geschäftsführer oder Ihre Kollegen wissen, was Sie vorhaben, erhöht das den sanften Druck, tatsächlich dranzubleiben.

Erfolgskriterien für Woche 1

  • ✓ Alle Audit-Findings sind kategorisiert und priorisiert
  • ✓ Eine Impact-Effort-Matrix liegt vor
  • ✓ Ein konkreter 3-Wochen-Plan ist erstellt
  • ✓ Alle notwendigen Zugänge und Tools sind eingerichtet
  • ✓ Relevante Stakeholder sind informiert

Woche 2: Quick Wins umsetzen (Tag 8-14)

Jetzt wird umgesetzt. Die zweite Woche ist die motivierendste, weil Sie hier schnell sichtbare Ergebnisse erzielen.
SEO Quick Wins zeigen bereits innerhalb von 2-8 Wochen erste Ergebnisse
– und genau darauf setzen wir jetzt.

Tag 8-9: Performance Quick Wins

Zeitaufwand: 4-5 Stunden

Die Ladezeit Ihrer Website hat direkten Einfluss auf Ihre Conversion Rate. Jede Sekunde zählt.

Ihre Quick Wins für Performance:

1. Bilder komprimieren

Laden Sie alle Bilder Ihrer wichtigsten Seiten herunter und komprimieren Sie sie. Tools wie TinyPNG oder ShortPixel reduzieren die Dateigröße um 60-80% ohne sichtbaren Qualitätsverlust.

Praxistipp: Laden Sie die komprimierten Bilder mit exakt denselben Dateinamen wieder hoch. So müssen Sie keine Links anpassen.

2. Browser-Caching aktivieren

Wenn Sie WordPress nutzen, installieren Sie ein Caching-Plugin wie WP Rocket oder W3 Total Cache. Die Grundkonfiguration dauert 15 Minuten und bringt sofort messbare Verbesserungen.

3. Unnötige Plugins deaktivieren

Jedes Plugin verlängert die Ladezeit. Prüfen Sie kritisch: Welche Plugins nutzen Sie wirklich? Deaktivieren Sie alles, was Sie in den letzten 3 Monaten nicht aktiv gebraucht haben.

Tag 10-11: SEO Quick Wins

Zeitaufwand: 4-5 Stunden

Jetzt optimieren Sie die Low-Hanging-Fruits im SEO-Bereich.

1. Meta-Descriptions ergänzen

Öffnen Sie die Google Search Console und filtern Sie nach Seiten mit hohen Impressions aber niedriger Click-Through-Rate. Genau hier setzen Sie an. Eine überzeugende Meta-Description kann die CTR um 20-30% steigern.

Formel für gute Meta-Descriptions:

  • Keyword am Anfang
  • Konkreter Nutzen
  • Call-to-Action
  • 150-160 Zeichen

2. Title-Tags optimieren

Ihre wichtigsten 10 Seiten sollten optimierte Title-Tags haben. Keyword vorne, Marke hinten, maximal 60 Zeichen.

Beispiel:
Schlecht: „Willkommen bei Müller Maschinenbau“
Gut: „CNC-Fräsmaschinen kaufen | Präzision seit 1985 | Müller“

3. Interne Verlinkung verbessern

Identifizieren Sie Ihre 5 wichtigsten Seiten (meist Produktseiten oder Service-Übersichten). Diese sollten von möglichst vielen anderen Seiten verlinkt werden. Fügen Sie 3-5 neue interne Links pro Hauptseite hinzu.

Tag 12-14: UX Quick Wins

Zeitaufwand: 3-4 Stunden

User Experience lässt sich nicht in zwei Tagen perfektionieren. Aber Sie können die größten Stolpersteine beseitigen.

1. Broken Links beheben

Nutzen Sie ein Tool wie Screaming Frog oder den Dead Link Checker. Beheben Sie alle 404-Fehler auf Ihren wichtigsten Seiten. Das dauert meist nur 1-2 Stunden, verbessert aber die Nutzererfahrung massiv.

2. Call-to-Actions überarbeiten

Schauen Sie sich Ihre wichtigsten Landing Pages an. Ist sofort klar, was der Nutzer als Nächstes tun soll? Wenn nicht, fügen Sie klare, auffällige CTAs hinzu.

Statt „Mehr erfahren“ schreiben Sie „Jetzt kostenlose Beratung sichern“ oder „Preise vergleichen“.

3. Mobile Ansicht prüfen

Über 60% Ihrer Besucher kommen vermutlich von mobilen Geräten. Öffnen Sie Ihre wichtigsten Seiten auf Ihrem Smartphone. Funktioniert alles? Sind Buttons groß genug? Ist der Text lesbar?

Notieren Sie alle Probleme und beheben Sie die offensichtlichsten.

Erfolgskriterien für Woche 2

  • ✓ Ladezeit um mindestens 10% verbessert (messen Sie mit PageSpeed Insights)
  • ✓ Alle kritischen SEO-Elemente der Top-10-Seiten sind optimiert
  • ✓ Keine 404-Fehler mehr auf wichtigen Seiten
  • ✓ Mindestens 5 konkrete UX-Verbesserungen umgesetzt
  • ✓ Mobile Ansicht funktioniert einwandfrei

Woche 3: Content-Optimierungen (Tag 15-21)

Content ist das Herzstück Ihrer Website. In dieser Woche konzentrieren Sie sich darauf, Ihre wichtigsten Inhalte zu verbessern – nicht komplett neu zu schreiben, sondern strategisch zu optimieren.

Tag 15-16: Content-Audit der Top-Performer

Zeitaufwand: 3-4 Stunden

Beginnen Sie mit dem, was schon funktioniert. Öffnen Sie Google Analytics und identifizieren Sie:

  • Ihre 10 meistbesuchten Seiten
  • Seiten mit hoher Bounce Rate (über 70%)
  • Seiten mit kurzer Verweildauer (unter 30 Sekunden)

Genau hier liegt Potenzial. Diese Seiten generieren bereits Traffic – sie brauchen nur eine Optimierung, um noch besser zu performen.

Erstellen Sie für jede dieser Seiten eine kurze Analyse:

Seite Traffic/Monat Bounce Rate Problem Maßnahme
Produktseite A 450 75% Kein klarer CTA CTA-Button einfügen
Blog-Artikel B 320 45% Veraltete Infos Aktualisieren
Service-Seite C 280 68% Zu textlastig Struktur verbessern

Tag 17-19: Content systematisch optimieren

Zeitaufwand: 6-8 Stunden

Der Zeitaufwand für Content-Optimierung liegt bei ca. 2-4 Stunden pro Woche für Analyse, Optimierung und Controlling bestehender Inhalte.
Wir konzentrieren uns diese Woche auf intensive Optimierung.

Für jede Ihrer Top-10-Seiten führen Sie folgende Schritte durch:

1. H1 und H2 optimieren

Ihre Überschriften sollten Ihr Haupt-Keyword enthalten und klar kommunizieren, worum es geht. Viele Websites haben generische Überschriften wie „Unsere Produkte“ – das ist verschenktes Potenzial.

Besser: „CNC-Fräsmaschinen: Präzise Bearbeitung für Metall und Kunststoff“

2. Die ersten 100 Wörter überarbeiten

Die ersten Absätze entscheiden, ob Nutzer bleiben oder abspringen. Bringen Sie Ihr Hauptversprechen in den ersten 2-3 Sätzen. Keine langen Einleitungen, keine Floskeln.

Beispiel aus der Praxis: Ein Kunde von uns verkaufte Industriepumpen. Alter Einstieg: „Herzlich willkommen auf unserer Website. Seit 1985 sind wir Ihr Partner für…“

Neuer Einstieg: „Sie suchen eine Industriepumpe, die auch unter Extrembedingungen zuverlässig arbeitet? Unsere XY-Serie bewältigt Temperaturen von -40°C bis +180°C.“

Die Bounce Rate sank um 23%.

3. Inhaltsstruktur verbessern

Niemand liest lange Textblöcke. Brechen Sie Ihre Inhalte auf:

  • Absätze mit maximal 3-4 Zeilen
  • Zwischenüberschriften alle 200-300 Wörter
  • Bulletpoints für Aufzählungen
  • Tabellen für Vergleiche oder technische Daten
  • Bilder zur Auflockerung (aber nur, wenn sie wirklich Mehrwert bieten)

4. Call-to-Actions strategisch platzieren

Jede wichtige Seite braucht mindestens einen klaren CTA. Nicht nur am Ende – auch nach den ersten 2-3 Absätzen und mittendrin.

Tag 20-21: Veraltete Inhalte aktualisieren

Zeitaufwand: 3-4 Stunden

Google liebt frischen Content. Identifizieren Sie 3-5 Ihrer älteren Artikel oder Seiten, die noch guten Traffic generieren, aber offensichtlich veraltet sind.

Was Sie aktualisieren sollten:

  • Jahreszahlen („Die besten Lösungen 2022“ → „2025“)
  • Statistiken und Zahlen
  • Produktnamen oder -versionen
  • Gesetzliche Änderungen
  • Nicht mehr funktionierende Links

Wichtig: Ändern Sie nach der Aktualisierung das Veröffentlichungsdatum. Das signalisiert Google, dass der Content frisch ist.

Erfolgskriterien für Woche 3

  • ✓ 10 wichtige Seiten haben optimierte H1/H2-Überschriften
  • ✓ Die ersten 100 Wörter jeder Seite kommunizieren klar den Nutzen
  • ✓ Alle Seiten haben eine verbesserte Struktur (Absätze, Listen, Tabellen)
  • ✓ Klare CTAs sind auf allen wichtigen Landing Pages vorhanden
  • ✓ Mindestens 3 veraltete Artikel sind aktualisiert

Woche 4: Technische Verbesserungen und Testing-Setup (Tag 22-30)

Die letzte Woche ist technischer – aber keine Sorge, Sie brauchen kein Informatikstudium. Wir konzentrieren uns auf die Maßnahmen, die den größten Unterschied machen und die Sie auch ohne Entwicklerteam umsetzen können.

Tag 22-24: Core Web Vitals optimieren

Zeitaufwand: 4-6 Stunden

Die Core Web Vitals sind Googles offizielle Performance-Metriken. Sie haben direkten Einfluss auf Ihr Ranking. Die drei wichtigsten Metriken:

LCP (Largest Contentful Paint):
Solange der LCP unter 2,5 Sekunden liegt, wird die Ladezeit als „gut“ angesehen

FID/INP (First Input Delay / Interaction to Next Paint): Die Zeit, bis die Seite auf Nutzereingaben reagiert

CLS (Cumulative Layout Shift): Wie stark „springt“ die Seite beim Laden

Was Sie konkret tun können:

  • LCP verbessern: Komprimieren Sie das größte Bild/Element im sichtbaren Bereich. Nutzen Sie moderne Bildformate wie WebP.
  • FID/INP verbessern: Reduzieren Sie JavaScript. Deaktivieren Sie unnötige Plugins. Laden Sie Skripte „async“ oder „defer“.
  • CLS verbessern: Definieren Sie feste Höhen für Bilder und Videos. Vermeiden Sie nachträglich ladende Elemente.

Messen Sie Ihre Werte vor und nach den Änderungen mit PageSpeed Insights.

Tag 25-26: Schema Markup implementieren

Zeitaufwand: 3-4 Stunden

Schema Markup hilft Google, Ihre Inhalte besser zu verstehen – und kann zu Rich Snippets in den Suchergebnissen führen. Das steigert Ihre Click-Through-Rate.

Implementieren Sie Schema Markup für:

  • Ihre Unternehmensseite (Organization Schema)
  • Ihre wichtigsten Produktseiten (Product Schema)
  • FAQ-Bereiche (FAQ Schema)
  • Blog-Artikel (Article Schema)

Nutzen Sie Tools wie den Google Schema Markup Generator oder Plugins wie Yoast SEO (für WordPress), die das automatisch erledigen.

Tag 27-28: Testing-Setup einrichten

Zeitaufwand: 4-5 Stunden

Jetzt richten Sie die Systeme ein, mit denen Sie zukünftige Optimierungen messen können.

1. Google Analytics 4 richtig konfigurieren

Richten Sie Events für wichtige Aktionen ein:

  • Klicks auf CTA-Buttons
  • Formular-Absendungen
  • Downloads (z.B. PDFs, Kataloge)
  • Klicks auf Telefonnummern oder E-Mail-Adressen

2. Heatmaps aktivieren

Installieren Sie Hotjar oder Microsoft Clarity (beide haben kostenlose Versionen). Aktivieren Sie Heatmaps und Session Recordings für Ihre wichtigsten Landing Pages.

Nach 2-3 Wochen haben Sie genug Daten, um zu sehen, wo Nutzer klicken – und wo nicht.

3. Search Console Monitoring einrichten

Richten Sie in der Google Search Console E-Mail-Benachrichtigungen für kritische Fehler ein. So verpassen Sie keine wichtigen Warnungen.

Tag 29-30: Dokumentation und Reporting

Zeitaufwand: 3-4 Stunden

Der letzte Schritt wird oft vergessen – ist aber entscheidend für Ihren langfristigen Erfolg.

Erstellen Sie ein einfaches Dokument (Excel oder Google Sheets reicht), in dem Sie festhalten:

Metrik Vor 30 Tagen Heute Veränderung
PageSpeed Score (Mobile) 42 68 +26 Punkte
Durchschn. Ladezeit 4,2s 2,8s -33%
Organische Klicks/Monat 850 920 +8,2%
Durchschn. Bounce Rate 68% 59% -9%
Behobene 404-Fehler 23 0 -100%

Dieses Dokument ist Gold wert – für Sie selbst, um den Fortschritt zu sehen, und für Stakeholder, um zu zeigen, was Sie erreicht haben.

Erstellen Sie außerdem eine Liste mit „Next Steps“ – Maßnahmen, die Sie in den nächsten 30-60 Tagen angehen wollen.

Erfolgskriterien für Woche 4

  • ✓ Core Web Vitals sind messbar verbessert
  • ✓ Schema Markup ist für wichtige Seitentypen implementiert
  • ✓ Analytics-Events für wichtige Conversions sind eingerichtet
  • ✓ Heatmap-Tool läuft auf den Top-Landing-Pages
  • ✓ Ein Vorher-Nachher-Report dokumentiert alle Verbesserungen

Erfolgsmessung: So messen Sie Ihre Fortschritte

Die besten Optimierungen bringen nichts, wenn Sie nicht messen, ob sie funktionieren. Aber Vorsicht: Nicht jede Verbesserung ist sofort sichtbar.

Kurzfristige KPIs (nach 7-14 Tagen messbar)

  • PageSpeed Score: Sollte sich um mindestens 10-20 Punkte verbessert haben
  • Ladezeit: Ideale Verbesserung: 20-40% schneller
  • Behobene technische Fehler: 404-Fehler, broken Links etc. sollten drastisch reduziert sein
  • Core Web Vitals: Sichtbare Verbesserung in PageSpeed Insights

Mittelfristige KPIs (nach 4-8 Wochen messbar)

  • Organische Klicks:
    SEO Quick Wins zeigen bereits innerhalb von 2-8 Wochen erste Ergebnisse
  • Bounce Rate: Sollte um 5-15% sinken
  • Durchschnittliche Sitzungsdauer: Sollte steigen
  • Click-Through-Rate in der Search Console: Verbesserte Meta-Descriptions zeigen sich hier

Langfristige KPIs (nach 3-6 Monaten messbar)

  • Organischer Traffic: Realistisches Ziel: 15-30% Steigerung innerhalb von 6 Monaten
  • Keyword-Rankings: Verbesserung für Ihre wichtigsten 10-20 Keywords
  • Conversion Rate: Mehr Anfragen, Downloads oder Käufe
  • Revenue: Letztendlich zählt der Umsatz, den Ihre Website generiert

Ein realistisches Beispiel aus unserer Praxis: Ein Maschinenbau-Kunde setzte den 30-Tage-Plan um. Nach 4 Wochen waren die technischen Verbesserungen messbar (PageSpeed +24 Punkte, Ladezeit -38%). Der organische Traffic stieg erst nach 6 Wochen merklich an (+12%). Nach 3 Monaten hatte sich der Traffic um 27% erhöht, und die Anzahl qualifizierter Anfragen verdoppelte sich.

Das ist der normale Verlauf. Erwarten Sie keine Wunder über Nacht – aber erwarten Sie kontinuierliche Verbesserung.

Die häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden

In den letzten Jahren haben wir gesehen, wie Dutzende Unternehmen diesen 30-Tage-Plan umgesetzt haben. Manche sehr erfolgreich, andere weniger. Die Unterschiede lagen fast immer in denselben Stolpersteinen.

Fehler #1: Zu viel auf einmal wollen

Das klassische Anfängerproblem. Sie starten motiviert und wollen sofort alles optimieren – Website, SEO, Content, Social Media, E-Mail-Marketing.

Was passiert? Nach einer Woche sind Sie überfordert und machen gar nichts mehr.

Die Lösung: Konzentrieren Sie sich strikt auf die Maßnahmen in diesem Plan. Alles andere kommt später. Lieber 10 Dinge richtig umsetzen als 50 halb.

Fehler #2: Keine festen Zeitblöcke reservieren

„Ich mach das, wenn ich Zeit habe“ – das funktioniert nicht. Im Tagesgeschäft eines Marketing-Managers gibt es immer etwas Dringenderes.

Die Lösung: Blocken Sie sich feste Termine im Kalender. Behandeln Sie diese wie wichtige Meetings. Montag 9-11 Uhr: Website-Optimierung. Mittwoch 14-16 Uhr: Content-Überarbeitung. Ohne diese Struktur scheitern Sie.

Fehler #3: Perfektion anstreben statt Fortschritt

Eine Meta-Description ist nicht perfekt formuliert? Die Überschrift könnte noch besser sein? Der CTA-Button ist nicht in genau der richtigen Farbe?

Diese Perfektionsansprüche lähmen.

Die Lösung: 80% sind gut genug. Sie können immer später noch nachbessern. Wichtig ist, dass Sie die Maßnahmen überhaupt umsetzen. Iteratives Arbeiten schlägt perfektionistisches Zaudern.

Fehler #4: Keine Erfolge dokumentieren

Sie arbeiten vier Wochen hart – und können am Ende nicht zeigen, was sich verbessert hat. Das ist frustrierend und macht es schwer, weiteres Budget oder Zeit zu rechtfertigen.

Die Lösung: Notieren Sie sich am ersten Tag alle wichtigen Ausgangswerte. PageSpeed Score, durchschnittliche Ladezeit, Anzahl 404-Fehler, organische Klicks. Nach 30 Tagen messen Sie erneut. Der Vorher-Nachher-Vergleich motiviert und überzeugt Entscheider.

Fehler #5: Nach 30 Tagen aufhören

Der vielleicht größte Fehler: Sie setzen den Plan um, sehen erste Erfolge – und hören dann auf.

Website-Optimierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Die 30 Tage sind der Startschuss, nicht die Ziellinie.

Die Lösung: Planen Sie am Tag 30 bereits die nächsten Schritte.
Viele führende B2B-Marketingteams betrachten Content Audits als kritische vierteljährliche oder halbjährliche Praxis.
Etablieren Sie eine Routine.

Nach den ersten 30 Tagen: So geht es weiter

Sie haben es geschafft. 30 Tage intensiver Arbeit liegen hinter Ihnen. Ihre Website ist messbar besser geworden. Aber wie geht es jetzt weiter?

Monat 2: Monitoring und Feintuning

Im zweiten Monat geht es darum, zu beobachten, wie sich Ihre Änderungen auswirken. Reduzieren Sie den Zeitaufwand auf 4-6 Stunden pro Woche.

Fokus:

  • Analytics-Daten wöchentlich prüfen
  • Heatmaps analysieren
  • Kleine Anpassungen vornehmen basierend auf Nutzerverhalten
  • Rankings monitoren

Monat 3-4: Weitere Content-Optimierungen

Jetzt nehmen Sie sich die nächsten 10-20 Seiten vor. Sie haben ein System, das funktioniert – wenden Sie es auf weitere Inhalte an.

Zusätzlich:

  • Erstellen Sie neuen Content für wichtige Keywords, für die Sie noch nicht ranken
  • Bauen Sie systematisch Backlinks auf
  • Optimieren Sie die User Journey durch bessere interne Verlinkung

Ab Monat 6: Strategische Weiterentwicklung

Nach sechs Monaten kontinuierlicher Optimierung haben Sie eine solide Basis geschaffen. Jetzt können Sie größere Projekte angehen:

  • Redesign einzelner Bereiche
  • Aufbau neuer Content-Hubs
  • Implementierung von Conversion-Optimierungs-Tools
  • A/B-Testing für Landing Pages

Der monatliche Routine-Check

Etablieren Sie eine monatliche Routine, um den Fortschritt zu sichern:

Aktivität Frequenz Zeitaufwand
Analytics Review Wöchentlich 30 Min
Search Console Check Wöchentlich 20 Min
Content-Optimierung 2-3 Seiten/Woche 2-3 Std
Technischer Check Monatlich 1-2 Std
Umfassendes Audit Halbjährlich 1 Tag

Mit dieser Routine halten Sie Ihre Website dauerhaft auf einem hohen Level – ohne dass es Sie überfordert.

Fazit: Von der Analyse zur Umsetzung

Website-Optimierung muss nicht kompliziert sein. Sie brauchen kein großes Team, kein riesiges Budget und keine Jahre Erfahrung.

Was Sie brauchen, ist Struktur.

Dieser 30-Tage-Plan gibt Ihnen genau das: Einen klaren, umsetzbaren Fahrplan, der Sie von der Analyse zur tatsächlichen Verbesserung führt. Woche für Woche, Schritt für Schritt.

Die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst:

  • Woche 1: Analysieren und priorisieren Sie gnadenlos. Nicht alles ist gleich wichtig.
  • Woche 2: Quick Wins bringen schnelle Erfolge und Motivation für den weiteren Weg.
  • Woche 3: Content-Optimierung ist mühsam, aber einer der stärksten Hebel für bessere Rankings.
  • Woche 4: Das richtige Testing-Setup ermöglicht kontinuierliche Verbesserung.

Aber der wichtigste Punkt: Fangen Sie an.

Nicht nächste Woche. Nicht wenn Sie mehr Zeit haben. Jetzt.

Blocken Sie sich die ersten 3-4 Stunden im Kalender. Öffnen Sie Ihr Website-Audit. Erstellen Sie Ihre Impact-Effort-Matrix. Machen Sie den ersten Schritt.

Denn das ist der Unterschied zwischen Unternehmen, die ihre Website kontinuierlich verbessern, und denen, die seit Jahren über Optimierung reden, aber nie ins Handeln kommen: Die einen haben angefangen, die anderen nicht.

Welche Gruppe wollen Sie sein?

Wenn Sie Unterstützung bei der Umsetzung brauchen – egal ob bei der initialen Analyse, der Priorisierung oder einzelnen technischen Maßnahmen – sind wir für Sie da. Bei Brixon Group begleiten wir mittelständische B2B-Unternehmen genau bei diesem Prozess: Von der Erkenntnis zur messbaren Verbesserung.

Aber das Wichtigste können wir Ihnen nicht abnehmen: Die Entscheidung anzufangen.

Die liegt bei Ihnen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Zeit muss ich wirklich pro Woche investieren?

Realistisch sollten Sie 8-12 Stunden pro Woche einplanen, um den 30-Tage-Plan wie beschrieben umzusetzen. Wenn Sie weniger Zeit haben, können Sie den Plan auf 6-8 Wochen strecken. Wichtig ist, dass Sie regelmäßig dranbleiben – lieber 2 Stunden täglich als einmal pro Woche 12 Stunden am Stück.

Brauche ich technische Vorkenntnisse?

Grundlegende Website-Kenntnisse sind hilfreich, aber kein Muss. Die meisten Maßnahmen in diesem Plan können Sie mit den beschriebenen Tools und Plugins umsetzen, ohne eine Zeile Code zu schreiben. Für komplexere technische Optimierungen können Sie punktuell Unterstützung von einem Entwickler hinzuziehen.

Was, wenn ich nach 30 Tagen keine Verbesserungen sehe?

Technische Verbesserungen (Ladezeit, behobene Fehler) sollten Sie sofort sehen. SEO-Effekte brauchen länger – typischerweise 4-8 Wochen. Wenn nach 2 Monaten gar nichts passiert ist, liegt das meist an einem der folgenden Gründe: Die Maßnahmen wurden nicht konsequent umgesetzt, die Priorisierung war falsch, oder es gibt grundlegendere technische Probleme, die erst behoben werden müssen.

Kann ich diesen Plan auch für einen Onlineshop nutzen?

Ja, die Grundprinzipien gelten auch für E-Commerce-Websites. Allerdings gibt es bei Shops zusätzliche Besonderheiten (Produktseiten-Optimierung, Category-Pages, Checkout-Prozess), die nicht im Detail abgedeckt sind. Die Performance- und SEO-Quick-Wins funktionieren aber genauso.

Muss ich alle Maßnahmen genau in dieser Reihenfolge umsetzen?

Die Reihenfolge ist logisch aufgebaut und bewährt, aber nicht in Stein gemeißelt. Wichtig ist, dass Sie in Woche 1 priorisieren, bevor Sie loslegen. Wenn Sie merken, dass bei Ihnen andere Maßnahmen dringender sind, passen Sie den Plan an. Die Struktur ist ein Leitfaden, kein Gesetz.

Was kostet die Umsetzung zusätzlich zu meiner Zeit?

Mit den kostenlosen Tools, die wir empfehlen, können Sie den Großteil ohne zusätzliche Kosten umsetzen. Sinnvolle Investitionen sind ein Caching-Plugin (ca. 50-100€/Jahr) und eventuell ein SEO-Tool wie Ahrefs oder SEMrush (ab ca. 100€/Monat) für erweiterte Analysen. Insgesamt sollten Sie mit 0-200€ rechnen können.

Wie gehe ich vor, wenn ich kein vollständiges Audit habe?

Dann starten Sie mit einer Selbstanalyse: Nutzen Sie kostenlose Tools wie Google PageSpeed Insights, Screaming Frog (Free Version) und die Google Search Console. Das gibt Ihnen genug Informationen für die wichtigsten Quick Wins. Ein professionelles Audit ist hilfreich, aber kein zwingendes Muss.

Kann ich externe Hilfe hinzuziehen oder sollte ich alles selbst machen?

Beides funktioniert. Der Plan ist so konzipiert, dass Sie ihn selbst umsetzen können. Wenn Sie aber an technische Grenzen stoßen oder einfach schneller vorankommen wollen, können Sie einzelne Aufgaben outsourcen – etwa die technische Optimierung oder die Content-Überarbeitung. Wichtig ist, dass Sie die Kontrolle und das Verständnis behalten.

Wie oft sollte ich ein vollständiges Website-Audit wiederholen?

Viele führende B2B-Marketingteams betrachten Content Audits als kritische vierteljährliche oder halbjährliche Praxis.
Wir empfehlen ein umfassendes technisches und SEO-Audit alle 6-12 Monate. Zwischendurch reichen monatliche Quick-Checks mit den gängigen Tools.

Was ist der größte Fehler, den ich vermeiden sollte?

Der größte Fehler ist, nach 30 Tagen aufzuhören. Viele Unternehmen setzen den Plan um, sehen erste Erfolge – und fallen dann wieder in alte Muster zurück. Website-Optimierung ist ein kontinuierlicher Prozess. Die 30 Tage sind nur der Anfang. Etablieren Sie eine monatliche Routine, um am Ball zu bleiben.

Takeaways